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Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz

Neuendorf: Wüstung Horst

Lage: TK25 3140, E 332214, N 586072; 300 m westlich von Neuendorf, 100 m nördlich der Straße Neuendorf-Lohm.

Siedlungsform: Nicht feststellbar - Wüstung.

Siedlungsname: Deutsch (Horst).

Befund: Das mit Bäumen bestandene flache, fast quadratische Plateau, fast 2 m hoch, mit leichter Böschung, 15x18 m, liegt auf freiem Feld. Ringsum ein 6-10 m breiter, trockener Graben. Um den Graben zieht sich ein sehr schwach erkennbarer Wall. Direkt daneben, südlich, auf einer Fläche von 50 x 100 m bezeugen dunkle Bodenverfärbung und blaugraue und dunkle Scherben eine alte Ortsstelle.

Eigene Funde: blaugraue und dunkle Scherben und gebrannte Lehmreste auf dem Turmhügel und auf der südlich davon liegenden alten Dorfstelle. Funde Manfred Teske: Auf dem Hügel blaugraue und dunkle Scherben aus dem 12./13. Jh., gebrannte Lehmreste mit Strohabdruck.

Typ: Kleiner, rechteckiger, flacher Turmhügel.

Lit.: Matthes 1929 zeichnet - wohl irrtümlich - auf seiner Karte den "Burgwall" südlich der Straße Neuendorf-Lohm, er beschreibt den "Burgwall" und findet ebenfalls mittelalterliche Scherben und hartgebrannte Lehmstücke mit Strohabdrücken und in der Umgebung viele mittelalterliche Scherben. Fritze 1981: Betr. Ort Neuendorf: Mittelalterliche Wüstung mit deutschem Ortsnamen; Herrmann1960 beschreibt den Hügel und betont, dass am Charakter der Anlage als Turmhügel kein Zweifel möglich sei. Enders: 1343 Nuendorf, 1343 Dorf; der Schulze Rudekin Schütz (Sagittarius) erhält das Eigentum eines wüsten Ortes, Horst genannt, zwischen dem oberen und unteren Weg vom Mühlenacker bis zu den Grenzen von Lohm gelegen. Diese Lageangabe klärt, dass der 1343 wüst liegende Ort Horst mit der alten Dorfstelle am Turmhügel identisch ist.

Turmhügel Neuendorf/Horst

Turmhügel Neuendorf/Horst


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