Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz
Meyenburg
Lage: TK25 2639, E 031642, N 591112; 50 m nördlich von Schloss Meyenburg, jenseits der Stepenitz.
Siedlungsform: Stadt.
Siedlungsname: Deutsch.
Befund: Der runde, flache, von einem deutlich erkennbaren trockenen Graben umgebene Turmhügel, 1.50 m über Gelände, 50 m Durchmesser, ist von Bäumen bestanden. In Richtung Stepenitz besitzt er einen kleinen Wall. An drei Seiten umgibt ihn feuchtes Wiesengelände, dazu im Südosten die Stepenitz.
Eigene Funde: Dunkelgraue Scherben aus dem 12./13. Jh.; Funde Reinhard Hahn: Über den Hügel verteilt dunkelgraue Scherben mit Bandmuster 12./13. Jh. und kleine Ziegelstücke. Mdl. Mittlg.: Aktuelle Grabungen unter dem Ostflügel des Schlosses Meyenburg bringen Belege für einen Feldsteinturm aus dem 12./13. Jh. und eine viertürmige Burg mit Pallas, Bergfried und Wohnbereich aus dem 13./14. Jh., dazu Funde von Gefäß, Knochenkamm, Schachfigur, Würfel usw..
Typ: Runde, flache Turmhügelburg: Alle Befunde sprechen dafür, dass es sich bei dem "Trockenberg" um eine deutsch-mittelalterliche Turmhügelburg handelt, die Platz für einen Turm und sonstige Gebäude bot. Vielleicht wurde dieser Hügel gleichzeitig mit dem Vorgängerbau des Ostflügels vom heutigen Schloss bewohnt.
Lit.: Matthes 1929: Lokalname Trockenberg. Matthes beschreibt den Trockenberg als sandige Erhebung mit rundem Grundriss, er fand viele deutsch-mittelalterliche Scherben; Fritze 1981: Durchgehend bestehende mittelalterliche Siedlung mit deutschem Ortsnamen; Kunstdenkmäler 1907: Kreisförmige Erhöhung nahe dem Schloss, Stätte der ehemaligen Burg; Schultze 1956: Territorialherrliche Anlagen; Herrmann: Trockenberg 250 m nördlich der Stadt in der Stepenitzniederung, ovales Plateau 52 m (NO-SW) x 42 m (NW-SO), das umliegende Wiesengelände um 1-2 m überragend, im Westen und Süden von einem 5 m breiten Graben umgeben, im N und O durch Sumpf natürlich geschützt. Herrmann fand frühmittelalterliche Scherben. Enders: Im Hochmittelalter zuerst unter selbstständiger Adelsherrschaft, vermutlich der Edlen Gans zu Wittenberge und Perleberg; 1285 Meyenborch; 1285 Markgräflicher Urkundsort (Burg sicher vorhanden, wahrscheinlich auch Stadt); 1317 Stadt mit Burg (castrum), 1373 im Lehnsbesitz der Familie von Rohr, 1434 Haus Meyenburg als Raubschloss seitens Mecklenburg verklagt, 1423, 1438, 1448 Raubzüge der von Rohrs in Mecklenburg,1608 3 Rittersitze von Rohr.
Runde, flache Turmhügelburg Meyenburg
↑ nach oben ↑