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Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz

Mesendorf

Lage: TK25 2938, E 330800, N 588694; 280 m nordöstlich der Backsteinkirche; nur wenige Schritte östlich des alten Gutshauses.

Siedlungsform: Sackgassen- oder gestrecktes Runddorf.

Siedlungsname: Slawisch-deutscher Mischname.

Befund: Ein ca. 1 m hohes, von Gräben umzogenes Plateau, etwa 55x60 m; Graben etwa 8 m breit, im Westen teichartig verbreitert, im Süden überschreitbar. Im nördlichen Bereich liegt auf dem Plateau ein eine große Ruine tragender Hügel, Höhe etwa 2 m - wegen des Ruinenschuttes schlecht abschätzbar. Die bis zu 6 m hohe Ruine, etwa 23x17 m Grundfläche, besitzt 2.20 bis 2.60 m dicke Feldsteinmauern. Die im nördlichen Bereich des Mauerwerks, unten, sorgfältig gesetzten, 5seitig behauenen Steine entsprechen den behauenen Steinen im Mauerwerk der Feldsteinkirchen des 13. Jh.. In Geschosshöhe auch Backstein (Klosterformat) verwendet. In etwa 3 m Höhe befinden sich das Mauerwerk durchdringende Hohlräume wie für nicht sehr dicke Balken. Südlich der Anlage, am Graben, ein 7x7 m runder Hügel, vielleicht Reste eines Turms. Vermutlich stehen die dicken Steinmauern des festen Hauses Mesendorf auf gewachsenem Boden - der Bau wurde eingemottet. Das nördlich und westlich anschließende feuchte Wiesengelände liegt tiefer und war vermutlich sumpfig.

Funde: Blaugraue und graue Scherben, 14. Jh..

Typ: Quadratische Turmhügelburg mit Turmhügel.

Lit.: Kunstdenkmäler 1907: Kleine, annähernd quadratische Anlage mit Graben umgeben. Von dem Bau selbst nur noch spärliche Reste vorhanden. Die Fundamente Feldstein, oben mehr Backstein. Die Fenster nicht mehr erkennbar. Im Westen, gegenüber der Schmiede, die Sockelschräglage aus Backstein erhalten. In der äußeren Nord- und Ostwand der Hohlraum einer hölzernen Verankerung in der Mauer. Herrmann überliefert die Lokalnamen Schlossruine, Haagenberg, Hangenstücke. Er sah ein 1 m hohes Plateau, mit abgerundeten Ecken von etwa 50 m Seitenlänge, im N von Gebäude- und Mauerresten eingenommen, und vor dem Graben im SO einen Hügel von 10-15 m Durchmesser und 3-4 m Höhe. Blaugraue frühdeutsche Scherben. 1319 use hus unde vesten Mesekendorpe; Schultze 1956: 1319 festes Haus, nachweisbare ritterliche Anlagen; Fritze1981: Durchgehend bestehende mittelalterliche Siedlung mit slawisch-deutschem Mischnamen. Enders: 1319 Mesekendorpe; 1319 waren die Burgen Mesendorf, Schadewusterhausen, Quitzow und Krampfer im Besitz der Herren von Stendal, Hunger und v. Quitzow; 1325 Jordan von Kröcher im Besitz von Mesendorf? 1354, 1359 von Retzdorf zu Mesendorf; vor 1441-1789 von Platen zu Mesendorf und Quitzow über das ganze Dorf mit Ober- und Untergericht und Patronat.1420 Mecklenburgische Raubritterschäden, 1424 desgleichen, Raub und Brand, 1427 desgleichen, 1435 desgleichen - 18 Hackochsen geraubt; 1466 Viehraub in Mesendorf. 1576: 9 Hüfner, 4 Kossäten, davon 3 Hüfner und 3 Kossätenstellen gebrauchen die von Platen; 1686: 5 Zweihüfner, 2 Halbhüfner 2 Kossäten; gewinnen das 2 1/2fache bis 3. Korn, schlechte Wiese, schlechte Hütung und Viehzucht, Acker mittelmäßig, 3. Klasse.

Ruine auf dem Turmhügel in Mesendorf

Ruine auf dem Turmhügel in Mesendorf

Ruine Mesendorf

Ruine Mesendorf


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