Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz
Kehrberg
Lage: TK25 2939, E 331123, N 588106, 250 m südwestlich der Kirche, 45 m vom ehemaligen Standort des Gutshaus.
Siedlungsform: Straßendorf
Siedlungsname: Deutsch.
Befund: Das fast quadratische Plateau, 30 m Seitenlänge, 2 m hoch, umgibt ein Abzweig des Flüsschens Karthane. Der Karthaneabzweig teilt noch ein weiteres, durch das Wasser unzugängliches schmales Geländestück ab. Auf dem Plateau befindet sich ein Turmhügel, am Fuß ca. 20 m Durchmesser, 3-4 m hoch. Auf diesem Hügel ein Gemäuer, außen 9x6 m, Innenraum 6x4 m, 1,20 m starke Mauer. Im Inneren der Ruine befindet sich ein von Backstein (Klosterformat) umgebener Zugang zu einem tiefer liegenden, gewölbten Raum, darin ein viereckiges, von Holzbohlen und Stein umgebenes Loch oder blindes Fenster. Nach Angabe von Dr. Langhoff, Sohn des letzten Gutsbesitzers, war im Jahr 1945 die Anlage überdacht. Vermutlich stehen die dicken Mauern der Kehrberger Ruine auf gewachsenem Boden - der Hügel wurde später angeschüttet.
Typ: quadratische Turmhügelburg mit Turmhügel.
Lit.: Schultze 1956: Mitte des 12. Jh. angelegte, nachweisbare ritterliche Anlage; Herrmann überliefert den Lokalnamen "Wanze". Er sah eine, von einem Graben umgebene, quadratische Anlage mit abgerundeten Ecken, 30-40 m Seitenlänge, auf dem Plateau die Ruine eines zentralen Gebäudes von etwa 8,6 m Länge; Fritze 1981: Durchgehend bestehende mittelalterliche Siedlung mit deutschem Ortsnamen. Enders: 1318 Kercberghe, 1318 Pfarrdorf mit Schulzengericht, wohl auch Sitz der von Kehrberg. 1413 Klagen über Prignitzer Raubritter, darunter die von Kehrberg, desgl. Klagen aus Mirow, 1453 mecklenburgische Klage über Vivigenz von Kehrberg. 1499 drei von Kehrberg zu Kehrberg. 1576: 14 Hüfner, 2 Kossäten, 1 Hof wüst; 1686: 11 Zweihüfner, 4 Kossäten mit je 1 Hufe; gute Weide und Viehzucht, Acker sandig, 3. Klasse.
Turmhügel von Kehrberg
Ruine auf dem Turmhügel von Kehrberg
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