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Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz

Fretzdorf

Lage: TK25 2941, E 333682, N 588268; 125 m; nordöstlich der Fachwerkkirche, 100 m südwestlich des Schlosses.

Siedlungsform: Winkelangerdorf?

Siedlungsname: Deutsch, mit Eigennamen des Lokators: Friedrichsdorf.

Befund: Der als Eiskeller bezeichnete, stark geböschte Hügel ist im südöstlichen Bereich stark abgeschrägt, vielleicht als Zufahrt zum Eiskeller; am Fuß des Hügels ein unvollständig erhaltener, trockener Graben, etwa 2 m tief, bis zu 5 m breit. In 4 m Höhe besitzt der Hügel ein Plateau, 12 m Durchmesser; Auf dem Plateau sitzt eine von 2 m hohem Maschendraht umgebene, aus Feldsteinen errichtete, 4 m breite, etwa 3m hohe Kuppel, deren etwa 1m dickes Mauerwerk innen gut gefügt aussieht, doch außen unordentlich wirkt. Eine etwa 2 m breite, von rostigem, löchrigen Maschendraht verschlossene Öffnung der Kuppel erlaubt den Blick in den etwa 5 m breiten, 4 m tiefen, von gut behauenen Feldsteinen begrenzten, runden Innenraum des Turmhügels. Nach Auskunft von Ortsansässigen wurde dieser Raum noch zu Beginn des 20. Jh. von den Bewohnern des Schlosses als Eiskeller benutzt. Die steinerne Kuppel war noch vor wenigen Jahrzehnten mit Erde bedeckt.

Typ: Großer, runder, geböschter Turmhügel, darin vielleicht der Stumpf eines mittelalterlichen steinernen Turmes.

Lit.: Schultze 1956: Herrschaftliche Anlage, territorialherrliche Anlage; Herrmann kennt diese Anlage nicht; Fritze 1981: Durchgehend bestehende mittelalterliche Siedlung mit deutschem Ortsnamen. Enders: 1302/1304 Frideriksestorpp, markgräfliches (festes) Haus, 1322 Burg zu Fretzdorf, 1341 markgräfliches Amt und Vogteisitz Fretzdorf; 1373 Haus (castrum)und Land Fretzdorf in der Prignitz; 1375 Burg mit Zoll- und Geleitstätte; 1439-1663 von Warnstedt zu Fretzdorf über Schloss und Dorf; 1413 erzbischöfliche magdeburgische Schadensklage über Raubritter aus der Prignitz u.a. Claus von Königsmark zu Fretzdorf, 1422 mecklenburgische Raubritterschäden, dabei die Mühle vor dem Schloss und das ganze Dorf Fretzdorf abgebrannt, Raub von Hausgerät, Kleidern und Geschmeide der Dorfbewohner, 1424 mecklenburgische Schadensklage, 1427 mecklenburgische Raubritterschäden, 1438 Schloss und Herrschaft Fretzdorf unter bischöflich Havelbergischer Lehnsherrschaft, 1439 Schlossstätte mit Wall umgeben, 1439-1663 von Warnstedt zu Fretzdorf mit Ober- und Untergericht und Patronat; 1497 mecklenburgische Schadensklage wegen Raubes. 1686: 2 Rittersitze mit "gewissen Breiten", 2 Pfarrhufen, 1 Lehnschulze mit 2 Lehnhufen und 2 kontributalen Hufen, 8 Zweihüfner, 7 Kossäten; gute Wiese, gute Hütung, Acker sandig, trägt das 3. Korn, 3. Klasse.

Eiskeller in Fretzdorf - vielleicht ein Turmhügel

Eiskeller in Fretzdorf - vielleicht ein Turmhügel


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