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Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz

Dannenwalde

Lage: TK25 2939, E 331504, N 587900; westlich der alten Wassermühle, jetzt Bekemühle; 200 m nördlich der Feldsteinkirche.

Siedlungsform: Winkelangerdorf, erst durch die Ansiedlung von Kolonisten nach 1770 ergibt sich der Eindruck eines Straßendorfes.

Siedlungsname: Deutsch, die Landschaft bzw. den Bewuchs charakterisierend, Dannen plattdeutsch = Kiefern.

Befund: Der runde, 3 m hohe stark geböschte Hügel, Plateau etwa 7 m Durchmesser, an der Basis 20 m Durchmesser, ist von einem trockenliegenden Graben umgeben. Eine Unebenheit in der Böschung und das sehr kleine Plateau lassen vermuten, dass dieser Turmhügel wie der in Burghagen während seiner Nutzung erhöht wurde. Lokalname Weinberg. Bis etwa 1965, zur Zeit des alten Mühlenteiches, führte dieser Graben noch Wasser. Im Jahr 1990 war der Teich und das umgebende Gelände versumpft. Damals wurde der jetzige Mühlenteich etwas weiter nördlich ausgebaggert. Die Wasseroberfläche des neuen Teiches liegt tiefer als die des alten Mühlenteiches, dadurch bleibt der den Turmhügel umgebende Graben trocken. Eine Ortsbesichtigung klärt: Der den Turmhügel umgebende Graben konnte nur nach Anlage des den Mühlenteich aufstauenden Staudammes Wasser führen (Staudamm 100 m lang, 3-4 m hoch, etwa 5 m breit). Also muss der Turmhügel nach oder gleichzeitig mit der alten Wassermühle samt Mühlenteich und Staudamm angelegt sein. 30 m südwestlich des Hügels stand bis 1921 ein als Stall dienendes Fachwerkhaus, das bis 1842 als Gutshaus genutzt wurde. In dem heute an dieser Stelle stehenden, aus weißem Kalksandstein errichteten Haus stammt der Keller aus alter Zeit.

Funde: Viele kleine Ziegel- bzw. Backsteinstücke auf dem gesamten Hügel; Manfred Teske fand auf Lehmfachwerk hinweisende Brocken von verbranntem Lehm mit Strohabdruck auf dem Hügelplateau.

Typ: Kleiner runder geböschter Turmhügel.

Lit.: Matthes 1929 beschreibt den Weinberg nicht; Schultze 1956: Überreste deutscher Burganlage; nachweisbare ritterliche Anlagen; Fritze: Unter Bezug auf Matthes: Durchgehend bestehende mittelalterliche Siedlung mit deutschem Ortsnamen; Herrmann findet den von Schultze (1956) kartierten Turmhügel nicht. Enders 1997: Markgräfliches Dorf; 1339 die Bede von Dorf Dannenwolde an die von Kröcher verlehnt; 1343 die von Kruge mit Rechten an Bede und Wagendienst wie schon zuvor belehnt; 1345 dgl. Otto von Helbe wie schon zuvor; 1438 Dorf mit Mühle; 1479 Wohnsitz der von Krüsecke (von Krusemark), bis 1763 im Besitz der Familie von Krüsecke, 1479 wegen eines Raubüberfalls auf sächsisches Hofgesinde zusammen mit anderen Prignitzer Rittern verklagt, 1554 Auskauf eines Bauern, 1630 zwei Bauernhöfe ausgekauft. 1576: 13 Hüfner, 1 Kossät; 1686: 4 Dreihüfner, 5 Zweihüfner, 2 Kossäten mit je 1 Hufe, 24 Hufen; gewinnen das 3. Korn und 3 Fuder Heu, mittelmäßige Weide und Viehzucht, mittelmäßiger, etwas sandiger Acker, 4. Klasse.

Turmhügel in Dannenwalde

Kleiner, runder geböschter Turmhügel in Dannenwalde etwa 1960

Turmhügel in Dannenwalde

Turmhügel in Dannenwalde im Jahr 2003


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