Raubritter in der Prignitz
„Reiten und Rauben ist keine Schand – es tun die Besten im ganzen Land“ oder nur ein paar schwarze Schafe in der Herde?
Die Zeit ritterlichen Raubens ist lang:
Im Jahr 1317 beschuldigt Graf Heinrich von Schwerin den Markgrafen Waldemar, dass er das ganze Land beraube. Solche Räubereien setzen sich durch das 14. und 15. bis hinein ins 16. Jahrhundert fort – also fast 200 Jahre Raub und Brand!
Von den dürftigen Lebensumständen vieler Ritter zeugen noch heute kleine Hügel (Turmhügel) mit einem Plateau von 12-15 m Durchmesser wie zum Beispiel in Groß Welle und in Mankmuß vom dürftigen Leben vieler Ritter, denn auf solchen von Wasser umgebenen Erhöhungen hausten die Ritter in zweistöckigen Türmen. Hingegen weisen die Ruinen der Burgen in Kletzke und Mesendorf mit ihren dicken Mauern auf größeren Wohlstand hin.
Im 14. Jahrhundert
Die Geschichte raubender und brennender Ritter korrespondiert mit der Geschichte der Herrscher, deren Schwäche, deren Abwesenheit und deren häufigem Wechsel. Nachdem im Jahr 1319 der Askanier Waldemar kinderlos gestorben war, auch sein junger Neffe Heinrich starb, belehnte der wittelsbacher König Ludwig der Bayer im Jahr 1323 seinen achtjährigen Sohn Ludwig mit der Mark Brandenburg. Mecklenburger und Pommern hatten die Vakanz genutzt, um in Prignitz und Uckermark einzudringen. Gegen solche auswärtigen Feinde konnte sich Markgraf Ludwig nur mühsam durchsetzen. Ludwig braucht die Ritterschaft als Fundament seiner Regierung, z.B. wird der Familie Edle Gans im Jahr 1373 vom Wittelsbacher Otto (Otto der Faule 1346-1379) das erbliche Marschallamt verliehen.
Unter den Wittelsbachern haben die ebenfalls aus Bayern stammenden Rohrs ihre Chance, die Alard Rohr (1339-1364 erwähnt), geschickt nutzt: Er gehört zu Ludwigs Gefolge und hält dem Markgrafen Ludwig auch zur Zeit des falschen Waldemars die Treue. Alard wird Vogt. 1359 ist Alard zusammen mit seinem Bruder Kune Pfandherr zu Freyenstein, gleichzeitig erhält Alard die Burg Meyenburg als Lohn für Vasallendienste. Zu Meyenburg gehören 16 Dörfern von Penzlin und Schmolde bis Schönhagen/Pritzwalk und Langerwisch. Von diesen Dörfern erhielt Alard den Erbzins, vermutlich übte er auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Ein Rohr erwirbt etwas später auch Neuhausen, damit sind drei der wichtigsten Grenzburgen gen Mecklenburg in Rohrscher Hand.
Der 1348 auftretende falsche Waldemar stiftete völlige Verwirrung im Land Brandenburg, denn er gab vor, der Askanier Waldemar zu sein, der zwanzig Jahre im heiligen Land geweilt hätte. Da Kaiser Karl IV. diesen falschen Waldemar nach oberflächlicher Prüfung anerkannte, später aber fallen ließ, war das Land Brandenburg in Zwiespalt und Verwirrung. Wem gehorchen? Waldemar huldigen und dafür erhebliche Zugeständnisse herauspressen? Oder dem Wittelsbacher treu bleiben und sich dafür belohnen lassen?
Zusätzlich zu den vom falschen Waldemar bewirkten Unruhen kommt die Pest, die in ganz Europa mehr als ein Drittel der Bevölkerung dahinrafft, wegen der dadurch sinkenden Kornpreise geraten viele Ritter in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Aus der Geschichte1317 märkische Raubüberfälle in Mecklenburg
Wittelsbacher1323 König Ludwig der Bayer belehnt seinen achtjährigen Sohn Ludwig (Ludwig das Kind) mit der Mark Brandenburg.
Luxemburger1373 Karl IV belehnt seine Söhne Wenzel, Sigmund und Johann mit der Mark Brandenburg.
Hohenzollern1411 Friedrich von Hohenzollern, Burggraf von Nürnberg, Hauptmann und Verweser der Mark Brandenburg,
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Alard Rohr ist Vogt. Solch ein Vogt, später heißt es Hauptmann, ist dem Markgrafen direkt unterstellt, er sitzt bei Gericht vor, er überwacht die Straßen. Durch den Landreiter zieht der Vogt Abgaben für den Markgrafen ein, er sorgt bei markgräflichen Reisen für Pferde und Kost.
Etwas später, im Jahr 1365, ist wieder ein Rohr, Klaus Rohr, Vogt der Prignitz, doch von ihm heißt es: Er verbrennt Dörfer, raubt das Vieh, mäht das Korn und führt es weg, haut das Holz und fischt die Teiche, er raubt sogar Kirchenglocken – „was man nie Herren hörte tun“ schreibt der empörte Chronist. Das Fischen und Holzfällen ist ungewöhnlich, sonst zeigt dieses Beispiel Eigenart und Umfang solcher Überfälle: Der oft als Fehde angesagte Überfall dient der eigenen Bereicherung und der wirtschaftlichen Schädigung des angegriffenen Standesgenossen. Deshalb gilt der Angriff nicht nur der auf einem Hügel liegenden und von Wassergraben umgebenden Burg sondern auch den Häusern und Ställen „seiner“ Bauern. Ohne Rücksicht auf die Bewohner wird praktisch alles bewegliche Gut, Vieh und Korn, oft auch Betten, Kleider der zu dem Adligen gehörenden Bauern mitgenommen, dazu Haus und Hof angezündet. In den Augen der Zeitgenossen ist der Raub von Kirchenglocken schlimmer als die anderen Vergehen, denn Kirche und auch der Friedhof sind sakrosankt.
Klaus Rohr ist Räuber und Vogt zugleich, welche Diskrepanz! Doch der Landesherr braucht den Adel, der das höchste soziale Ansehen besitzt, er braucht den Adel für seine Hofämter, zur Beratung und Gerichtsbarkeit und zur Verwaltung des Landes. Da es kaum einen Adligen gibt, der sich nicht an den Räubereien beteiligt, bleibt Klaus Rohr trotz aller Missetaten Vogt.
Innerhalb ihrer Territorien versuchen die Landesherren im 14. Jahrhundert den Landfrieden durchzusetzen: Bevor sie Fehde erklären, sollen die Ritter ihre Klage vor die Standesgenossen ihres Landfriedensbereichs bringen und dieser Kreis soll über die Berechtigung der Fehde beschließen. Dank dieser Regelung sind die Beziehungen innerhalb des Landfriedensbereichs Prignitz relativ friedlich. Die Raubzüge richten sich nach Mecklenburg, manchmal auch gegen den Erzbischof von Magdeburg.
Die häufig wechselnden, oft abwesenden Landesfürsten – ab 1373 sind die Luxemburger Herren der Mark – die Verwirrung durch den falschen Waldemar, dazu die wegen der vielen Pesttoten sinkenden Kornpreise, all das wirkt demoralisierend. Deshalb nimmt das Rauben kein Ende. Im Jahre 1399 werden die vier „Raubnester“ Wustrow, Cumlosen, Mankmuß und Mesekow vom Herzog von Mecklenburg bis auf den Grund zerstört.
Andere Burgherren wie die Quitzows wehren solche Versuche ihre Burg, ein Raubnest, zu schleifen ab: Kuno von Quitzow, der „alte Räuber“, Vater der später berühmt-berüchtigten Brüder Dietrich und Johann von Quitzow, leistet im Jahr 1390 auf seiner starken Burg Kletzke einem Heer fürstlicher Angreifer erfolgreich Widerstand.
Ein Blick über den Zaun: Auch im süddeutschen Raum gibt es raubende Ritter, doch da starke Fürsten solchem Treiben Einhalt gebieten, nimmt Raub und Brand nicht überhand. Zudem stellen die großen Städte wie Augsburg und Nürnberg raubende Ritter vor Gericht, und wenn die angeklagten Ritter an des Reiches Recht schuldig sind, werden sie wie Diebe zu gehängt – sie sind des Todes durch das Schwert nicht würdig! Prozess und Galgen wirken abschreckend.
Das 15. Jahrhundert:
Schon im 14. Jh. ist das Land Brandenburg von Raub und Brand geprägt. Im 15. Jahrhundert setzen sich Wegelagerei und Raubüberfall trotz stabilerer politischer Verhältnisse fort.
Im Jahr 1413 sind bei einem Raubzug in das Erzbistum Magdeburg unter der Führung Rohr und Putlitz (Vogt der Altmark) viele prignitzer Adlige beteiligt: Möllendorf, Retzdorf, Sack, Kehrberg, Kruge, Karstedt, Wartenberg, v.d. Weide, Giere, Königsmark, Bosel., dazu diverse Ritter aus der Altmark. Die Zusammenstellung des auf diesem großen Raubzug geraubten Viehs und der verbrannten Gebäude ist umfangreich.
Die Namensliste zeigt, wie viele prignitzer Adlige sich an diesem Raubzug beteiligten. Nach Ansicht Sachkundiger tauchen außer der Familie Kröcher auf Lohm die Namen aller prignitzer Adelsfamilien in den Berichten über Raub und Brand auf, die Namen der Schlossgesessenen wie Quitzow, Edlen Gans zu Putlitz, Rohr und der ausgestorbenen Familie Bosel ebenso wie die Namen aller Prignitzer von niedrigem Adel.
Im Jahr 1411 übergibt König Sigismund dem Burggrafen Friedrich von Hohenzollern ein verwüstetes Land, das kaum Ordnung kennt und akzeptiert. Doch Friedrich, ab 1415 Kurfürst, setzt sich schnell gegen den revoltierenden Adel, namentlich die Quitzows durch. Das bedeutet kein Ende von Raub und Brand. Denn in den folgenden Jahren ist Friedrich I. vollauf damit beschäftigt, den Pommern die Uckermark zu entreißen, die Polen die Neumark abzunehmen und mecklenburgische Einfälle in die Prignitz abzuwehren. Ab 1420 widmet sich Friedrich I. vor allem den Geschäften von Kaiser und Reich sowie seinen süddeutschen Stammlanden (Ansbach und Bayreuth). Die Mark Brandenburg besucht er kaum noch.
Statthalter des Kurfürsten in der Mark Brandenburg ist sein wenig durchsetzungsfähiger Sohn Johann (der Alchimist). Zur Zeit seiner Herrschaft erreichen die Überfälle auf Dörfer und Straßen einen Höhepunkt.
Das den Quitzows gehörende Dorf Kletzke leidet in dieser Zeit besonders schwer: In den Jahren 1414 und 1415 werden Raubüberfälle der Mecklenburger gemeldet; im Jahr 1420 wird das Dorf und auch der Pfarrer ausgeraubt. Im Jahr 1422 raubt ein mecklenburger Ritter in Kletzke den Bauern und dem adligen Hof mehr als fünfzig Pferde.
Im Jahr 1423 sitzen zwei Rohr in Hamburg „mit Stock und Eisen verwahrt“, denn diese „fürnemste Redeleinführer“ wollten bei Lübeck „die Straße schinden“ und gingen den Städtern ins Garn. Die Gefangenen müssen Urfehde schwören und werden gegen Lösegeld frei gelassen.
Die Raubzüge gehen weiter: Im Jahr 1423 nehmen die Rohr von der Meyenburg und von Neuenhaus, die Gans zu Putlitz, und die von der Schulenburg in mecklenburgischen Dörfern 240 Kühe, 240 Schweine aus der Mast und 180 Pferde weg.
1424 beschwert sich der Herzog von Mecklenburg über Rohrs und Gänse zu Putlitz, die im Frieden geraubt und gebrannt haben und sehr viele Pferde raubten.
Wiederum im Jahr 1424 rauben die Rohr auf Neuenhaus und Meyenburg, im Frieden und ohne angesagte Fehde zwei Dörfer vollständig aus, auch die Kirche und den Friedhof (auf dem Friedhof lagert in einem Speicher das der Kirche zustehende Korn).
Insgesamt erbeuteten die Rohr zwischen 1420 und 1438 auf 23 Zügen, meist in der Fastenzeit und im Herbst, 5744 Stück Vieh (Pferde, Ochsen, Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen). Es gab 6 Tote; 17 Gefangene wurden gemacht und gegen Lösegeld frei gelassen.
Die Mecklenburger zerstören 1438 die Burg Neuhausen und vertreiben die Rohrs. Doch die werden bald begnadigt und bauen ihre Burg wieder auf.
Aus allen prignitzer Städten sind Raubüberfälle durch mecklenburgische Ritter dokumentiert.
Hinzu kommt Straßenraub an Kaufleuten, Pilgern und anderen Reisenden. Zum Beispiel beschweren sich die Perleberger in den Jahren 1422 und 1432 bei der Herzogin Katharina von Mecklenburg wegen verschiedener Überfälle auf ihre Kaufmannswagen und den Verlust von Heringstonnen, Pfeffer und Kramwaren.
Das Brennen und Rauben ruiniert Land und Menschen: Die häufig als Fehde angekündigten Überfälle prignitzer Ritter gelten den Standesgenossen in Mecklenburg, oder im Erzbistum Magdeburg, und den solchen Rittern zugehörigen Bauern. Wie Enders zeigt, sind von den entsprechenden Gegenangriffen etwa ein Drittel aller Prignitzdörfer betroffen Das Beispiel Kletzke lehrt, dass einige Dörfer in kurzem Abstand mehrmals überfallen wurden. Wirtschaftlich sind die durch Überfälle entstandenen Schäden sind riesengroß. Der einst blühende Fernhandel durch Mecklenburg und Prignitz kommt zum Erliegen. Die landesherrlichen Zollstätten erleiden schwere Einbußen.
Landesfürst und Adel
Trotz Raub und Brand legt der Kurfürst Friedrich I. vor seinem Tod seinen Söhnen die Pflege der Ritter nahe: „das ihr eure Ritterschaft in ehren und lieb habt, an den gebe ich Euch den höchsten Schatz . ... und das ihr eur kuchen und keller offen last steen gegen die ritterschaft. Das ist der sold, den wir ihnen geben.“ (Böcker 1995).
Im Jahr 1444 schreibt Kurfürst Friedrich II. aus Berlin an seine lieben Getreuen in der Prignitz: „wir erfahren, dass in unseren Landen mancherlei Räuberei geschieht, woran sich niemand kehrt. Darum gebieten wir euch bei Vermeidung unserer schweren Ungnade, dass ihr solche Plackereien steuert“. Ob, wie und wann Kurfürst Friedrich II. den Räubern diese Ungnade deutlich machte, wird aus meinen Unterlagen nicht klar. Da den Kurfürsten Geld fehlt und „Beden“ (Abgaben) von den Ständen bestätigt werden müssen, sind die Fürsten auf ein gutes Verhältnis zu ihren Vasallen angewiesen.
Es ist verständlich, wenn ein Kyritzer Chronist im 15. Jahrhundert beklagt, dass der Kurfürst solche Nachsicht , ja freundschaftlichen Umgang mit den Räubern übt und pflegt.
1470 übergibt Friedrich II die Kurwürde seinem Bruder Albrecht. Albrecht III. (Albrecht Achilles) ist eine starke Persönlichkeit. Doch da er neben dem Kurfürstentum Brandenburg auch die Stammlande (Ansbach und Bayreuth) besitzt und im Dienste des Kaisers tätig ist, übergibt er die Statthalterschaft der Mark Brandenburg seinem im Jahr 1470 knapp 15jährigen Sohn Johann bzw. dem Kanzler und Bischof Friedrich Sesselmann. Trotz vielfältiger Tätigkeit gelingt es Albrecht Achilles Ordnung in Finanzen und Verwaltung zu schaffen. Von seinem Bruder Friedrich II. übernimmt er 124 000 rheinische Gulden Schulden. Jetzt lässt er von seinen fränkischen Fachleuten die märkischen Finanzen ordnen und steigert damit die Einkünfte beträchtlich. Albrecht begrenzt die Ausgaben des kurfürstlichen Hofes und bestimmt, dass die Hofhaltung in der Mark nicht mehr von den fränkischen Stammlanden finanziell unterstützt wird. Auf dem Landtag in Cölln (a. d. Spree) im Jahre 1480 erreicht Kurfürst Albrecht Achilles, dass die Ritterschaft einen Antrag stellt, der Räuberei und Plackerei zu wehren, damit jedermann zu seiner Nahrung frei handeln und wandeln mag. Sie, die Ritterschaft, will dabei helfen, verlangt aber, dass die aus ihrem Kreis sträflich befundenen vom Landesherren und nicht von den Städten gerichtet werden.
Dank dieser Stellungnahme der Ritterschaft und des Rückhalts durch einen starken Kurfürsten ist jetzt entschiedenes Vorgehen möglich: So unternimmt der Havelberger Bischof, er ist zugleich Hauptmann (Vogt) der Prignitz, Wedigo Gans, zusammen mit dem Hauptmann der Altmark Wilhelm von Pappenheim im Jahre 1482 einen regelrechten Feldzug gegen die Straßenräuberei, die auch die Pilgerfahrten nach Wilsnack stört. 14 prignitzer Raubburgen werden von Wedigo Gans zu Putlitz zerstört und die schlimmsten Übeltäter enthauptet.
| Nebenbei: Dank einer Verfügung, der Dispositio Achillea, sind künftig Stammlande und Mark Brandenburg nicht mehr in einer Hand. So wird Johann zum ersten im Lande heimischen Hohenzollern-Kurfürsten, der sich auch in der Mark beerdigen lässt, nicht im fränkischen Heilsbronn. |
Die Raubüberfälle auf Dörfer und Straßen gehen zurück: 1491 wird den Wismarern durch Knappen der Gans zu Putlitz ein Wagen aufgebrochen. 1492 werden Rostocker Bürger auf der Rückreise von Berlin überfallen, schwer verwundet und der Raub auf die Plattenburg entführt.
Im Jahr 1495 beschließt der Reichstag zu Worms einen ewigen Landfrieden und schafft das Fehderecht ab.
Doch damit ist den Räubern noch nicht das Handwerk gelegt.
1497 wird das prignitzer Dorf Kuhbier von mecklenburgischen Rittern zerstört und den Bauern 120 Pflugpferde geraubt.
Im Jahr 1510 foltert Cuno Hartwig von Quitzow im „Quitzowturm“ zu Eldenburg den Rabbi von Stendal zu Tode.
Noch im Jahr 1542 wird der von Wartenberg in Nebelin als berüchtigter Straßenräuber verklagt und hingerichtet.
Kurfürst Joachim I.,1499-1235, stellt die Räuber vor das Kammergericht, vor dem von nun an alle Fälle von Landfriedensbruch in ordentlichen Prozessverfahren verhandelt und abgeurteilt werden. Damit endet die Zeit des Raubens und Brennens.
Zur Frage: Nur wenige schwarze Schafe in der Herde? Nein – die ganze Herde war schwarz.
Und „Reiten und Rauben ist keine Schand', es tun die besten im ganzen Land!“ Keine Schande? Wie steht es damit? Aus heutiger Sicht ist es schwer, ein Urteil zu fällen.
Erinnern wir uns an das Vorgehen des Bischofs Wedigo Gans zu Putlitz. Er ließ die Raubburgen zerstören und die Haupttäter hinrichten, das heißt, Wedigo Putlitz behandelte die raubenden Ritter wie Verbrecher.
Literatur
Assing, H. Die Landesherrschaft der Askanier, Wittelsbacher und Luxemburger. In Materna, I., Ribbe, W. Hrsg.: Brandenburgische Geschichte. Berlin 1995
Bekmann J.H., Bekmann, B. L.: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Berlin 1753. Nachdruck 2004
Böcker, H. Die Festigung der Landesherrschaft durch die hohenzollernschen Kurfürsten. In Materna Ribbe: Brandenburgische Geschichte 1995
Enders, L.: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil I Prignitz. Weimar 1997
Enders, L.: Die Prignitz. Potsdam 2000
Feustel J.: Die Quitzows, Raubritter und Gutsherren. Hendrik Bäßler Verlag Berlin 1998
Helbig, H. Gesellschaft und Wirtschaft der Mark Brandenburg im Mittelalter. Berlin 1973
Rogalla von Bieberstein, J.: Adelsherrschaft und Adelskultur in Deutschland. C.A. Starke Verlag Limburg 1998
Rohr, H.O. Von: QUI TRANSTULIT. Eine Stammreihe derer von Rohr. Selbstverlag 1963
Schuhmann, G.: Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Ansbach 1980
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