Drei Mondsichelmadonnen
Mondsichelmadonnen - der Grundgedanke dieser Skulpturen findet sich in der Offenbarung des Johannes (12,1); und es erschien ein großes Zeichen am Himmel:
"Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Fußen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen."
Mondsichelmadonnen finden sich vielerorts und auch in der Prignitz. Drei der Schönsten stelle ich vor:
Mellen: In dieser mehrfach umgebauten kleinen Feldsteinkirche finden wir einen vor kurzem restaurierten Schnitzaltar mit der zartesten und anrührendste Mondsichelmadonna weit und breit. Ein Himmelskreis in leuchtendem Blau mit den Wundmalen Christi und leicht schadhaften Engeln umgibt ihren Strahlenkranz. Auf den Seitenflügeln sehen wir vier Heilige, darunter einen nachdenklich wirkenden St. Georg mit Drachen und Lanze. Im Kirchenraum: Eine ehrwürdige hölzerne Kanzel, altes Gestühl an der Seite links mit geschnitzten Bankwangen. Kirchenschlüssel: 038788-50447 Kein elektrisches Licht - Taschenlampe mitbringen Mellen ist die Heimat der kleinen Dott. Eine in ihren Schuh gefallene Blüte der Rennefarre machte sie klein und unsichtbar- So begann die kleine Dott ihre wunderbaren Fahrten. (Ramsay, Tamara: Wunderbare Fahrten der kleinen Dott. Union-Verlag 1998). Am Ortsausgang Richtung Dargardt das größte steinzeitliche Hügelgrab Norddeutschlands.
Pröttlin: Die kleine, um 1500 erbaute Kirche besitzt einen aus Backstein gemauerten Staffelgiebel mit in zwei Etagen angeordneten Zwillingsblenden. Das unregelmäßige Mauerwerk mit seinen großen Steinen verschönen in den Putz eingedrückten Ziegelsplitter. Wir betreten den von kräftig rot getünchten Deckenbalken geprägten Innenraum durch das Nordportal und sehen die im Mittelteil des prachtvoll geschnitzten Altars unter einem Sternengewölbe stehende Maria umgeben von einem ein Kranz mit den Wundmalen Christi. Rechts und links der Madonna vier Heilige in kostbaren Gewändern; auf den Seitenflügeln sehr ausdrucksvoll die zwölf Apostel. Sehenswert: Das spätgotische kleine Kruzifix unter dem Mittelteil des Schnitzaltars; eine aus dem 16. Jh. stammende Bank mit geschnitzter Inschrift; mit Wappen geschmückte hölzerne Kanzel (17. Jh.).
Kirchenschlüssel: Ev. Pfarramt Nebelin. 038793-40244
Postlin: In der neugotisch überbauten Feldsteinkirche steht ein schöner, um 1500 geschaffener Schnitzaltar mit Mondsichelmadonna. Dem Bibeltext entsprechend zeigt der Mittelschrein eine bekrönte, auf der Mondsichel stehende, vom Strahlenkranz der Sonne bekleidete Maria mit dem Jesuskind. Die auf das Leiden ihres Sohnes hinweisenden Wundmale, durchbohrte Hände und Füße, unten das Herz, sehen wir auf einem die Madonna umgebenden Wolkenkreis, reizvoll drapiert mit musizierenden und Weihrauchfässer schwingenden Engeln. In den Altarflügeln stehen die zwölf Apostel in zwei Reihen übereinander. Vergoldetes Schnitzwerk schließt den Altar nach oben ab, darüber ein Kruzifix. Auf den gemalten Außenflügeln die Verkündigung. Unter der Empore des lichten Kirchenraums eine Holztafel mit spätgotischen Großbuchstaben und der Jahreszahl 1549.
Kirchenschlüssel: Ev. Pfarramt Karstadt, T. 038797-52389
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