Viesecke
Lage: TK25 2938; die Karte stimmt hier nicht; 300 m nördlich des Dorfes Viesecke, nahe der alten Wassermühle.
Abb: Eiskeller in Viesecke
Befund: Etwa 50 m südwestlich des bäuerlich wirkenden Wohnhauses liegt der in einem ansehnlichen Hügel verborgene Eiskeller – eine gut durchdachte und gut gepflegte, mehrräumige Anlage: Die abschließbare Tür führt durch den Eingangstunnel bzw. die Temperaturschleuse in den Vorraum. Der eigentliche Eiskeller besteht aus zwei Räumen: Eine Treppe führt nach unten in den Kühlraum, Seitenlänge 3 m, ca. 2 m hoch, mit vielen Eisenhaken für Hasen und anderes Wild, von diesem Kühlraum führt eine Tür zum eigentlichen Eisraum, einem ehemals mit Eis befüllten, annähernd quadratischen Raum, 3 m Seitenlänge, ca. 5 m hoch, dieser Raum hat die Höhe von Kühlraum und Vorraum. Vom Vorraum oben eine fensterartige Öffnung zum Eisraum. Vorkeller und Eisraum sind mit industriell gefertigten roten Backstein ausgemauert. Luftschächte sorgen für Belüftung der Räume. Dieser sehr aufwändig angelegte Eiskeller mag aus dem 19. oder Beginn des 20. Jh. stammen.
Der Eiskeller liegt nah dem Wohngebäude und damit auch nahe der alten Wassermühle. Diese Mühle bezieht ihr Wasser aus dem zum Mühlenteich aufgestauten Zederbach. Wie die Literaturangaben belegen ist die gesamte Mühlenanlage sehr alt.
Abb.: Eiskeller Viesecke, Eingang
Abb.: Eiskeller Viesecke mit Lüftungsschlitzen
Schlüssel: Frau Kann, Viesecke, Viesecker Str. 21, T. 038796-40201
Literatur: Bohm 1937: 2 bronzezeitliche Fundstellen: Hausgrundriss, diverse Geräte. Enders 1997: Vor 1319-1339 Markgraf, 1335-bis nach 1343 Knappe Fritz Borre über das Dorf mit Ober- und Untergericht, Patronat, Holzung und den Mühlen im Dorf;; 1335 Dorf mit Mühlen; 1420 und 1422 Mecklenburgische Raubritterschäden; 1576 15 Hüfner, 10 Kossäten, 1 Müller; 1686: 12 Zweihüfner, 3 Halbhüfner mit je 1 Hufe, 12 Kossäten (2 wüst), 1 Mühle, 1 Schenkkrug = 2 Halbhüfner; gewinnen an Roggen das 3 Korn, an Gerste das 2. bis 2 ½fache Korn, gute Wiese, gute Viehzucht, mittelmäßiger Acker, keine Mast, kein eigen Brennholz, 2. Klasse.
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