Seefeld
Lage: TK25 2939, E 331184, N 588632, ca 250 m westlich vom alten Gutshaus.
Befund: Ein unter Rotbuchen liegender, flacher, etwa 4 m hoher Hügel birgt einen halb zerfallenen Eiskeller: Die Seiten des länglichen, spitzbogig überwölbten Raumes sind 3.50 breit, 5.50 m lang, der Scheitel ist 2 m hoch, der ganze Eiskeller etwa 4 m tief. Die Seitenwände sind mit industriell gefertigten Backstein gemauert. Die Mauerung der hinteren Front des Eiskellers mit Feldstein, Backstein und Lehm wirkt chaotisch. Die Öffnung des Eiskellers liegt frei, die Seiten sind zum Teil von Erde bedeckt, die hintere Front liegt mit Erde bedeckt ganz im Hügel. Dieser Eiskeller mag aus dem 19. Jh. stammen.
Der Hügel, in dem der Eiskeller sitzt, zeigt unten, an der westlichen, im Sinne des Eiskellers vorderen Front, zwei Stufen aus behauenem Feldstein. Weitere, behauene Feldsteine liegen in der Nähe – vielleicht von der Dorfjugend zu einem Fahrradslalom genutzt. In etwa 10 m Entfernung zieht sich rund um den Hügel ein flacher, trockner, aber deutlich erkennbarer Graben.
Bei dieser Anlage könnte es sich um einen mittelalterlichen Turmhügel handeln, der unter den mir bekannten Turmhügeln am ehesten den Turmhügeln in Dannenwalde und Burghagen mit ihren sehr flach abfallenden Böschungen entspricht. Doch während der Graben in Dannenwalde und Burghagen direkt am Fuß der Hügel verläuft, ist hier in Seefeld die Entfernung zwischen Graben und Hügel mit ca. 15 m beachtlich.
Weshalb hat der Erbauer diesen Eiskeller nicht näher vom Gutshaus sondern auf diesem Hügel mit seinem alten Gemäuer angelegt? War es eine Frage des Grundwassers? Vor eindringendem Grundwasser war dieser Eiskeller auf dem flachen Hügel sicher, und das Schmelzwasser konnte im Hügel versickern.
Besuch 23. September 2006: Teile des noch vor einem Jahr oben geschlossenen Eiskellers fehlen. Vor dem Eiskeller liegen viel mehr, zum Teil behauene Steine, jetzt in Form einer an beiden Seiten durch die Steine abgegrenzten Straße angeordnet
Abb.: Eiskeller Seefeld
Abb. Eiskeller Seefeld, Eingang und Innenraum
Literatur: Enders 1997: Im Mittelalter Dorf, 1581 wüste Feldmark genutzt von Buchholz; 1753 3 Ackerleute angesetzt, 1754 Vorwerk im Bau,1828 landtagsfähiges Rittergut; 1840 Rittergut 4 Wohnhäuser; 1928 zu Gemeinde Klein Woltersdorf
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