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Rühstädt

Lage: TK 25 3037 E 328922 H 586783; 200 m westlich vom Südgiebel des alten Schlosses

Befund: Etwa 200 m westlich der Gartenseite des alten Gutshauses (Schlosses) liegt der von Bäumen bestandene, 6 m hohe Eiskellerhügel. Eine Tür führt in den mit industriell gefertigtem Backstein ausgekleideten Innenraum, etwa 5 m Durchmesser, 4 m tief von der Türschwelle gemessen, also ein etwa 5 1/2 m hoher Innenraum. Löcher in der Wand bezeugen, dass Balken eingezogen werden konnten, die dann für Arbeiten eine Plattform lieferten. Rötere Färbung der Backsteine weiter unten erklärt unser Führer, Bürgermeister Herper, mit bis zu 1 m Wasserstand im Keller bei Überschwemmungen. Merkwürdig – sind die Wasserstände bei Überschwemmungen heute höher? Die Erbauer von Eiskellern mieden das Wasser, denn bei Berührung mit Wasser schmilzt das Eis schnell!

Eiskeller in Rühstädt Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Abb.: Eiskeller Rühstädt

Eiskeller von innen in Rühstädt Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Abb: Eiskeller Rühstädt innen

Schlüssel: Bürgermeister Herr Herper, T. 038791-6759

Literatur: Enders 1997: Im Mittelalter unter der Lehnsherrschaft des Bischofs von Havelberg; vor 1384 Vinzens von Stendal mit den Dörfern Bälow, Gnevsdorf und Rühstädt belehnt; seit 1384 die von Quitzow, 1478 markgräflicher Konsens wegen des Fährrechts bei Rühstädt; Abwehr der Räuberei von jenseits der Elbe; 1496 von Quitzow zu Rühstädt wohnhaft; seit 1719 von Grumbkow;1576 10 Hüfner, 25 Kossäten; 1686 1 Rittersitz, etwas Priesteracker, 1 Lehnschulze mit 1 Hufe, 9 Einhüfner; 21 Kossäten, 3 Kätner mit Acker, 1 Windmühle. Liegen an der Elbe, nur die Obrigkeit darf fischen; gute Wiese, schlechte Hütung, der Acker liegt in einem Feld, wird alle Jahr besät, ist durchmenget Klei und Sandland, trägt das 4 Korn; 1. Klasse.


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