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Fretzdorf

Lage: TK25 2941, E 333682, N 588268; 125 m; nordöstlich der Fachwerkkirche, 100 m südwestlich des Schlosses.

Befund: Der stark geböschte Hügel ist im südöstlichen Bereich stark abgeschrägt, vielleicht als Zufahrt zum Eiskeller; am Fuß des Hügels verläuft ein unvollständig erhaltener, trockener Graben, etwa 1 m tief, bis zu 5 m breit. In 4 m Höhe besitzt der Hügel ein Plateau, 12 m Durchmesser; Auf dem Plateau sitzt eine von hohem Maschendraht umgebene, aus Feldsteinen errichtete Kuppel, 4 m breit, etwa 3m hoch, deren etwa 1 m dickes Mauerwerk innen gut gefügt aussieht, doch außen unordentlich wirkt. Eine etwa 2 m breite, von rostigem, löchrigen Maschendraht verschlossene Öffnung der Kuppel erlaubt den Blick in den etwa 5 m breiten, 4 m tiefen, runden Innenraum, dessen Wände aus gespaltenem Feldstein bestehen. Das Mauerwerk mit seinen breiten Fugen macht einen unordentlichen Eindruck. In der Kuppel sind die Steine gründlicher behauen und sorgfältiger aufgemauert, doch insgesamt wirkt das Mauerwerk wie aus einem Guss.

Nach Auskunft von Ortsansässigen wurde dieser Raum noch zu Beginn des 20. Jh. von den Bewohnern des Schlosses als Eiskeller benutzt. Die steinerne Kuppel war noch vor wenigen Jahrzehnten mit Erde bedeckt.

Eiskeller in Fretzdorf, Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Abb.: Fretzdorf: Eiskeller

Eingang vom Eiskeller in Fretzdorf, Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Abb. Fretzdorf: Eiskelleröffnung

Eiskeller von Innen in Fretzdorf, Prignitz, Brandenburg, Deutschland

Abb.: Fretzdorf: Eiskellergemäuer


Schlüssel: Herr Horn, Fretzdorf, 033964 50360

Literatur: Enders 1997: 1302/1304 Frideriksestorpp, markgräfliches (festes) Haus, 1322 Burg zu Fretzdorf, 1341 markgräfliches Amt und Vogteisitz Fretzdorf; 1373 Haus (castrum)und Land Fretzdorf in der Prignitz; 1375 Burg mit Zoll- und Geleitstätte; 1439-1663 von Warnstedt zu Fretzdorf über Schloss und Dorf; 1413 erzbischöfliche magdeburgische Schadensklage über Raubritter aus der Prignitz u.a. Claus von Königsmark zu Fretzdorf, 1422 mecklenburgische Raubritterschäden, dabei die Mühle vor dem Schloss und das ganze Dorf Fretzdorf abgebrannt, Raub von Hausgerät, Kleidern und Geschmeide der Dorfbewohner, 1424 mecklenburgische Schadensklage, 1427 mecklenburgische Raubritterschäden, 1438 Schloss und Herrschaft Fretzdorf unter bischöflich Havelbergischer Lehnsherrschaft, 1439 Schlossstätte mit Wall umgeben, 1439-1663 von Warnstedt zu Fretzdorf mit Ober- und Untergericht und Patronat; 1497 mecklenburgische Schadensklage wegen Raubes. 1686: 2 Rittersitze mit „gewissen Breiten“, 2 Pfarrhufen, 1 Lehnschulze mit 2 Lehnhufen und 2 kontributalen Hufen, 8 Zweihüfner, 7 Kossäten; gute Wiese, gute Hütung, Acker sandig, trägt das 3. Korn, 3. Klasse.


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