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Eiskeller

Eiskeller in der Prignitz

Meine Arbeit über mittelalterliche Turmhügel führte zur Frage, ob alte Turmhügel später zu Eiskellern umgebaut wurden, also die gewaltigen Eiskeller von Fretzdorf und Gadow mittelalterliche Turmreste in sich bergen. Um diese Frage zu klären, untersuchte ich prignitzer Eiskeller und berichte darüber auf den folgenden Seiten. Da ich die Beziehung zwischen mittelalterlichen Bauten und Eiskellern feststellen will, bringe ich für jeden Eiskeller Angaben zur Geschichte des jeweiligen Ortes.

Eiskeller

Seit alter Zeit haben Menschen Nahrungsmittel gekühlt und damit deren Haltbarkeit verlängert. Doch erst seit Ende des 17. Jh. nutzte man in Norddeutschland speziell zu diesem Zweck errichtete, gut isolierte Eiskeller oder Eishäuser, in denen das aus Teichen und Flüssen geschlagene Eis sorgfältig und möglichst dicht gestapelt wurde und sich so bis weit in den Sommer hielt. Das Landlexikon von 1911 beschreibt die Konstruktion von Eiskellern als Räume mit dick isolierten Wänden, sorgfältig angelegtem Zugang mit Temperaturschleuse und Abfluss für Schmelzwasser. Es empfiehlt eine Lüftung und nennt die Kosten von 2400 M für einen Keller mit 100 Kubikmeter Inhalt.

Das in den Eiskellern aufbewahrte Eis wurde auf zweierlei Weise genutzt: An der Eiskellerdecke befanden sich kräftige Eisenhaken. Hier konnten ganze Tiere, z.B. Rehe, aufgehängt werden, die so gekühlt längere Zeit haltbar blieben. Außerdem gab es im Haus des Eiskellerbesitzers dickwandige, gut isolierte Eisschränke. Solche zum Kühlen von allerlei Speisen bestimmten Schränke besaßen ein mit Zink oder Zinn ausgekleidetes Fach, welches mit dem Eis aus dem Eiskeller gefüllt wurde. Unter diesem Eisfach befanden sich Roste, auf denen das das Kühlgut lag – die alten Eisschränke sind Vorläufer unserer elektrisch betriebenen, auch heute noch gelegentlich als Eisschrank bezeichneten Kühlschränke.


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