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Königsberg

Königsberg ist eines der schönsten Prignitzdörfer: Niedrige Bauernhäuser umrahmen den von kräftigen Eichen bestandenen Dorfanger. Direkt an den Häusern wachsen kleine Bäume mit wohlgeformten runden Kronen. Es sind alte Linden, die – eine Rarität – durch strenges Beschneiden klein und zierlich blieben.

Die Dorfstraße in Königsberg

Die Dorfstraße in Königsberg

Prignitzer Landschaft bei Königsberg

Prignitzer Landschaft bei Königsberg

Die Feldsteinkirche

Die Feldsteinkirche

In einem dieser Häuser wohnt der Königsberger Bürgermeister Jochen Piest. Der hier aufgewachsene Landwirt kennt und beobachtet seine Heimat genau. Als er sah, dass die mit großem Aufwand betriebene Melioration schwere Schäden verursachte, schrieb er im Jahr 1984 einen ebenso sachkundigen wie energischen Brief an Erich Honecker und erreichte damit Wesentliches für seine Heimat: Auf seinen Einspruch hin wurden die Entwässerungspläne geändert und weniger Wasser abgeführt, so dass die schon trocken gefallenen Wutiker Torfstiche – das sind zwei kleine Seen – heute wieder voller Wasser stehen.

Wenn wir die schmale, drahtige Gestalt von Jochen Piest sehen und in seine klaren Augen blicken, spüren wir die Energie, die in diesem Mann steckt. Noch heute kontrolliert der Siebzigjährige regelmäßig die Wasserstände. Er durchwandert Wiesen und Moor, wo dank seines Eingreifens Breitblättriges Knabenkraut, Sumpf-Herzblatt, Sumpf-Dreizack, Sumpf-Dotterblume, Sumpf-Weidenröschen, Sumpf-Blutauge und Kuckucks-Lichtnelke gedeihen. Auf seinen Wanderungen hat er Fischotter und Große Rohrdommel angetroffen und Seeadler beobachtet.

Der Teezer Altar in der Kirche

Der Teezer Altar in der Kirche

Engel in der Kirche

Engel in der Kirche

Mitten in Königsberg finden wir eine aus dem 16. Jahrhundert stammende Feldsteinkirche mit großen rundbogigen Fenstern und schönem Ostgiebel, deren Blenden fast unter den mächtigen Stützfeilern verschwinden. Das Kircheninnere überrascht: Wir sehen einen prachtvollen Renaissance-Altar mit Säulen, Gebälk und Giebeln in drei Etagen übereinander. Daneben steht die gleichfalls aus der Renaissance stammende Kanzel. Der vor Kurzem restaurierte Taufengel erfreut uns mit leuchtenden Farben. Auch der an der Südseite stehende, eigentlich in das Dorf Teetz gehörende, spätgotische Schnitzaltar mit gemalter Predella verdient Aufmerksamkeit.

Die königsberger Kirche ist zur Zeit aber wegen Einsturzgefahr geschlossen und der Teezer Altar wurde ausgelagert.


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