Fretzdorf
Fretzdorf hat eine lange mittelalterliche Geschichte, denn schon im Jahr 1302 wird es als markgräfliches festes Haus erwähnt - eine Grenzfeste gegen das nahe Mecklen-burg. Später, 1422 und 1427 hören wir von Überfällen mecklenburgischer Ritter, die Dorf Fretzdorf samt Mühle abbrannten und Hausgerät, Kleider und Geschmeide raubten. 1424 Mecklenburgische Schadensklage gegen Claus von Königsmark zu Fretzdorf, also auch in Fretzdorf ansässige Ritter ritten nach Mecklenburg und brannten und raubten dort - eine unruhige Zeit!
In der Mitte des am Flüsschen Dosse gelegenen Dorfes finden wir eine barocke Fachwerkkirche mit hohen spitzbogigen Fenstern und sehen darin eine freistehende von einer Mosesfigur getragene Kanzel, deren Korb ein geschnitzter Christus und Evangelistenfiguren schmücken. Auch die Patronatsloge mit zierlichen Säulen und bunten Wappen blieb erhalten.
Fachwerkkirche in Fretzdorf
Eine Mosesfigur trägt die Kanzel
In fernen mittelalterlichen Zeiten stand in Fretzdorf ein "festes Haus", schon 1427 wird ein Schloss erwähnt, und bis 1945 hat die Familie von Karstedt hier ein ansehn-liches Schloss bewohnt. Wir wandern am mehrfach umgebauten Schloss vorbei in das alte Parkgelände mit seinen großen alten Eichen. Von der Dosse abzweigendes Gewässer mag einst den Park belebt haben, lässt aber auch vermuten, dass solche Gräben in vergangenen kriegerischen Zeiten zur Verteidigung des Schlosses gegen Überfälle dienten.
Unter Gebüsch und hohen Bäumen des alten Parks verborgen liegt ein mächtiger Eiskellerhügel. Im 19.Jh. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. haben die Schlossbewohner diesen Keller mit dem in Teichen geschlagenen Eis gefüllt, um dann im Sommer ihren Haushalt mit Eis zu versorgen und das geschossene Wild an den großen Haken an der Decke des Eiskellers aufzuhängen. Doch dieser gewaltige Hügel könnte älter sein und anderen Zwecken gedient haben.
Eiskellerhügel im Park
↑ nach oben ↑